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Scheinwerfer in den USA waren ein „kleines“ Produktionsopfer, das noch heute die weltweite Autoindustrie betrifft
Ein Auto kann durch seine Details viel über sich selbst verraten. Auch ohne Logo kann ein aufmerksamer Mensch oft erkennen, für welchen Markt es bestimmt ist. Ein solches auffälliges Merkmal ist die Farbe der hinteren Fahrtrichtungsanzeiger. In Europa und den meisten anderen Ländern der Welt sind sie orange, während sie in den USA oft rot sind, als wären sie mit den Bremslichtern verschmolzen.
Wir wollen verstehen, welche Farbe die Blinker in den USA haben und warum sich die Amerikaner in dieser Hinsicht abheben.
Warum sind die Blinker in Amerika rot?
In den Anfängen der Automobilindustrie gab es überhaupt keine beleuchteten Fahrtrichtungsanzeiger – es wurden mechanische „Semaphoren“ verwendet, die aus der Karosserie herausragten. Später wurde die Farbe der Signale genormt, wobei die einzelnen Länder unterschiedliche Wege einschlugen.
In Europa schreibt eine in den späten 1960er Jahren von der UNO aufgestellte Regel vor, dass die hinteren Blinker nur orangefarben sein dürfen. Man geht davon aus, dass dieses Signal vor dem Hintergrund der roten Brems- und Standlichter besser gesehen wird. In den USA gibt es jedoch eine eigene Vorschrift, die beides zulässt: Die hinteren Blinker können sowohl orange als auch rot sein.
In Filmen hört man übrigens manchmal, dass die Amerikaner die Blinker als „yellow“ bezeichnen, was manche Leute zu der Frage veranlasst, warum die Amerikaner gelbe Blinker haben.
In den Vorschriften wird nämlich der Begriff „amber“ verwendet. Aber natürlich würden sich Männer im normalen Sprachgebrauch nicht so ausdrücken, also sagen sie „orange“ oder „gelb“ – das ist ähnlich.
Sicherheit oder Kosten
Mehrere in den 2000er Jahren durchgeführte Studien haben gezeigt, dass Fahrzeuge mit orangefarbenen hinteren Blinkern beim Rückwärtsfahren oder Überholen seltener in Unfälle verwickelt sind. Der Grund dafür ist einfach: Die Fahrer können den Blinker besser und schneller vom Bremsen unterscheiden, wenn die beiden Farben unterschiedlich sind.
Dennoch haben sich die Gesetze in den USA nicht geändert. Und einer der Hauptgründe ist die Wirtschaftlichkeit. Der rote Blinker vereinfacht das Design der hinteren Optik: weniger Teile, weniger Kabel, einfachere Steuereinheit. Die Einsparungen bei einem einzigen Auto sind gering, aber bei Millionen von Exemplaren werden sie zu großen Summen.
Jahrhundert hatte die amerikanische Autoindustrie großen Einfluss auf die Regulierungsbehörden, und die großen Unternehmen setzten sich für Gesetze ein, die für sie günstig waren. Für sie war es wichtiger, Teile für den heimischen Markt zu vereinheitlichen, als internationale Normen einzuführen.
Welche Länder verwenden rote Blinker – eine Welt der Doppelmoral
Viele Modelle sind heute in zwei Versionen erhältlich. Das gleiche Auto für die USA und Europa kann sich in vielen kleinen Details unterscheiden – auch in der Heckoptik.
Wenn jedoch ein US-Modell offiziell in der EU verkauft wird, muss es orangefarbene Blinker haben. Der Grund für das Verbot roter Blinker dürfte aus den Statistiken ersichtlich sein: Verschiedenen Daten zufolge verringert sich das Risiko eines Zusammenstoßes um bis zu 28 %, wenn orangefarbene Blinker verwendet werden. Daher stellen einige Marken, die früher Autos mit roten Blinkern herstellten (z. B. japanische und koreanische Marken), jetzt zunehmend orangefarbene Blinker her, auch für die USA – aus Gründen der Sicherheit und Einheitlichkeit.
Aber der amerikanische Markt hat die roten Blinker noch nicht ganz aufgegeben. Sie sind vor allem bei Pickup-Trucks, SUVs und Modellen, die hauptsächlich für den heimischen Markt bestimmt sind, üblich.
Probleme beim Import
Schwierigkeiten ergeben sich beim Import von Fahrzeugen aus den USA in Länder mit strengeren Anforderungen an die Signalfarbe.
Manchmal ist es notwendig, die gesamte Lampeneinheit durch ein europäisches Analogon zu ersetzen, falls vorhanden. In anderen Fällen versuchen die Besitzer, das Licht der Lampe selbst zu korrigieren – sie streichen sie zum Beispiel mit grüner Farbe an, um in Kombination mit einem roten Diffusor einen „orangefarbenen“ Farbton zu erhalten.
Die Technik macht den Unterschied
Mit der Entwicklung der LED-Optik ist die Wirtschaftlichkeit nicht mehr so wichtig. Moderne LED-Scheinwerfermodule machen es einfach, die Signale auch innerhalb einer Einheit zu trennen. Daher stellen immer mehr Hersteller unabhängig vom Markt auf orangefarbene Blinker um.
So produzieren jetzt sogar große amerikanische Autohersteller neue Modelle mit „normalen“ Blinkern und lassen die roten Blinker als Relikt der Vergangenheit zurück, das nur noch in Filmen und Fotos zu sehen ist.
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