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Heuschrecken, Grillen und Käferlarven tauchen nicht nur zunehmend auf den Speisekarten asiatischer Märkte auf, sondern auch in Proteinriegeln, Nudeln und Snacks
Vor dem Hintergrund des Klimawandels, der Ressourcenknappheit und des Bevölkerungswachstums ist die Welt auf der Suche nach neuen Nahrungsquellen. Und die gibt es buchstäblich zuhauf. Essbare Insekten sind seit Jahrhunderten Teil der traditionellen Ernährung in Afrika, Asien und Lateinamerika. Heute werden sie von der Wissenschaft offiziell als nahrhafte, nachhaltige und vielversprechende Alternative zu Fleisch anerkannt.
Weltweit werden in 128 Ländern mehr als 2 200 Arten von essbaren Insekten verzehrt – die meisten in Asien, Mexiko und in afrikanischen Ländern. News Medical erklärt, dass essbare Insekten kein seltsamer Trend sind, sondern eine ernsthafte Antwort auf Ernährung, Ökologie und die Zukunft des Planeten.
Was sind essbare Insekten?
Diese Kategorie umfasst:
- Grillen;
- Grashüpfer;
- Mehlwürmer;
- Käferlarven;
- Ameisen;
- Termiten;
- Seidenraupenpuppen.
Sie werden im Ganzen verzehrt, z. B. gebraten, gekocht oder gebacken, oder zu Mehl, Pasten, Ölen und Proteinkonzentraten verarbeitet, die Brot, Nudeln, Snacks und Riegeln zugesetzt werden. In den westlichen Ländern verringert dieses Format die psychologische Barriere und macht Insekten zu einem Teil der normalen Ernährung.
Nährwert
- Eiweiß. Insekten enthalten 35-75% Protein in der Trockenmasse – es ist ein vollständiges Protein mit allen essentiellen Aminosäuren. In Bezug auf die Verdaulichkeit ist es mit Milch, Soja und Fleisch vergleichbar.
- Fette. Der Fettgehalt liegt bei 10-50 %, wobei der Großteil aus ungesättigten Fettsäuren besteht, die gut für das Herz sind. Bei vielen Arten überwiegen Linolsäure und a-Linolensäure.
- Ballaststoffe und Chitin Insekten enthalten Chitin, eine Form von Ballaststoffen, die eine präbiotische Wirkung haben und die Darmmikroflora unterstützen können.
Vitamine und Mineralstoffe
Essbare Insekten , Quelle:
- Eisen;
- Zink;
- Kalzium;
- Vitamin B12;
- Riboflavin;
- Thiamin.
Der Eisen- und Zinkgehalt entspricht oft dem von Fleisch oder übersteigt ihn sogar, was in Regionen mit Mikronährstoffmangel besonders wichtig ist.
Ökologie
Insekten benötigen viel weniger Wasser, Futter und Land als Nutztiere, sie können mit organischen Abfällen gezüchtet werden, wachsen schnell und haben eine hohe Umwandlungsrate von Futter in Eiweiß. Damit sind sie ideal für ein zirkuläres und nachhaltiges Lebensmittelsystem.
Bislang werden jedoch nur etwa 6 % der essbaren Arten kommerziell angebaut; der Rest wird in der freien Natur gesammelt.
Sicherheit und Allergien
Im Allgemeinen sind essbare Insekten sicher, wenn sie richtig gezüchtet und wärmebehandelt werden. Es ist jedoch wichtig, dies zu berücksichtigen:
- mögliche Kreuzallergien bei Menschen mit Allergien gegen Meeresfrüchte;
- Risiko der Anreicherung von Schwermetallen bei unsachgemäßem Anbau;
- die Notwendigkeit, die mikrobiologische Sicherheit zu kontrollieren.
Science weist darauf hin, dass Langzeitstudien erforderlich sind, um die Auswirkungen eines regelmäßigen Verzehrs vollständig zu bewerten.
Essbare Insekten sind nicht exotisch um des Hypes willen, sondern ein proteinreiches, nahrhaftes und umweltverträgliches Lebensmittel, das Teil unserer Zukunft sein könnte. Ob wir moralisch dazu bereit sind, ist eine offene Frage, ob die Wissenschaft bereit ist, ist bereits ein Ja. Vielleicht wird das nächste Superfood nicht in schicken Smoothies zu finden sein, sondern in Proteinmehl aus Grillen.
